Friday-Fact: Die Frage nach der Unsterblichkeit

Viele von euch kennen bestimmt die erstaunlichen regenerativen Fähigkeiten einiger Tierarten. Wie zum Beispiel die der Axolotl, welche Teile ihres Gehirns wieder nachwachsen lassen können, falls dieses nicht zu stark beschädigt ist. Der Strudelwurm ist zu noch erstaunlicheren regenerativen Fähigkeiten in der Lage. Sollte dieser in mehrere Teile zerschnitten werden, erwächst aus jedem daraus entstandenen Teilstück ein neuer Strudelwurm. Trotz alledem sind diese Tiere noch etwas davon entfernt, unsterblich zu sein. 

Gibt es vielleicht dennoch Lebewesen, welche es geschafft haben, die Schranke in die Unsterblichkeit zu überschreiten? Ja, es scheint eine solche Spezies zu geben, welche es durch eine Besonderheit in ihrem Lebenszyklus erreicht hat, zumindest potenziell unsterblich zu werden. Es handelt sich hierbei um eine Quallenart, die unter dem wissenschaftlichen Namen Turritopsis dohrnii bekannt ist und zuerst im Mittelmeer entdeckt worden ist. Aufgrund ihrer bemerkenswerten Fähigkeiten erhielt sie bald den passenden Spitznamen „Die unsterbliche Qualle“. 

Diese Quallenart beginnt ihr Leben wie alle anderen Quallenarten auch als Larve, welche zunächst im Meer umherschwimmt, sich aber nach einiger Zeit auf dem Meeresboden niederlässt und beginnt zu wachsen. In diesem Abschnitt ihres Lebens wird die Qualle Polyp genannt. Nach nur wenigen Tagen erreicht sie bereits ihre ausgewachsene Form. In diesem Stadium erreicht diese Art eine Größe von ca. 4,5 mm. 

Wenn diese ausgewachsene Qualle nun verletzt oder zu stark gealtert ist, kann sie in ihr Poltypenstadium zurückkehren und scheint ihr Leben von vorn zu beginnen. Die dabei entstandene Qualle ist mit dem verletzten beziehungsweise gealterten Tier genetisch absolut identisch. Jedoch sind die Zellen, aus denen sie besteht, größtenteils aus Zellteilungsprozessen neu entstanden. Um dies möglich zu machen, nutzen die Zellen der Quallen einen biologischen Ablauf, welcher sich Transdifferenzierung nennt. Dabei wandeln sich alle Zellen, welche sich bereits an einen bestimmten Aufgabenbereich im Organismus angepasst hatten, wieder in eine sogenannte Stammzelle um. Diesen ist es dann möglich, den Körper der Qualle wiederherzustellen und sich später erneut in angepasste Zellen umzuwandeln. 

Trotz dieser bemerkenswerten Fähigkeit, die potenzieller Unsterblichkeit gleicht, entspricht diese Form des ewigen Lebens wahrscheinlich nicht der klassischen Vorstellung vieler Menschen. Zusätzlich sind diese Quallen natürlich nicht gänzlich unsterblich. Sie können immer noch regulär ihren vielen Fressfeinden zum Opfer fallen. Jedoch sind sie durch ihre Fähigkeit der Verjüngung immun gegenüber dem Tod durch das Altern. 

Die Frage, ob dies für euch als Kriterium für Unsterblichkeit ausreicht, müsst ihr euch aber wahrscheinlich letztendlich selbst beantworten. 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.