Verschwörungstheorien

Anschlag am 11.09.2001 

Am 11.09.2001  ereignete sich einer der schlimmsten terroristischen Akte in der Geschichte der Menschheit. Zwei Passagierflugzeuge steuerten unter Führung von Terroristen der al-Qaida, einer islamisch-radikale Organisation unter der Führung von Osama bin Laden, in Richtung der Twin Tower des World Trade Centers und stürzten viele Menschen in den Tod. Direkt nach den Ereignissen häuften sich die Theorien, diese Ereignisse seien von der US-Regierung geplant gewesen, um den „Krieg gegen den Terror“ zu begründen. 

Kurze Info: Jeder dritte US-Amerikaner denkt, dass die Bush-Regierung am Anschlag vom 11.09.2001 beteiligt war bzw. vorher bereits von dem Anschlag wusste, um den Krieg gegen dem Terror zu begründen.1  Ein Wissenschaftler begründet die Hartnäckigkeit solcher Theorien damit, dass die US-Amerikaner anfällig für religiösen Eifer seien und dies schon seit der Gründungszeit der USA zu sehen sei.1 
Diese Grundidee des „Vorherwissens“ kam bereits beim Angriff auf Pearl Harbor auf. Auch da dachte man, dass die US-Regierung damit für einen Eintritt in den Zweiten Weltkrieg einen Rückhalt in der Bevölkerung bekommt. Zur Info: Die USA waren zu dieser Zeit ziemlich pazifistisch und isoliert eingestellt.1 2  Auch die Desinformationen, die seltene Recherche und das Misstrauen der Bevölkerung ließen Verschwörungen recht schnell zu – man hatte meistens kaum eine Gegenmeinung1

Obwohl viele Fragen wissenschaftlich beantwortet werden können, gibt es dennoch bestimmte Zusammenhänge, die ungeklärt blieben, wie: „Wer wusste wann was? Warum sind bestimmte Dinge gemacht worden nach den Anschlägen? Was hätte man vielleicht anders machen können?“

Die Überreste des Twin-Towers/ von WikiImages auf pixabay

 

Angriff auf Pearl Harbor 1941

Der Überfall auf Pearl Harbor am 07.12.1941 war der Höhepunkt des Zweiten Weltkriegs im Pazifikraum. Die japanische Marine griff mit einem Überraschungsangriff den Militärstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. Manche Theoretiker kamen zu dem Entschluss, dass ein willkürlicher Angriff nicht in Frage komme und die USA von dem Angriff gewusst haben müssten.

Die Haupttheorie besagt, dass Pläne über einen Angriff auf Pearl Harbor der US-Regierung bereits bekannt waren.3 Die Theorie nennt sich „Backdoor-to-war“-Theorie, also übersetzt: „[Die] Hintertür zum Krieg“-Theorie, die maßgeblich von einem Journalisten und Historiker namens Robert B. Stinnett geprägt worden ist. 
Die US-Regierung soll diese Pläne verheimlicht haben, um den Angriff als Grund für den Kriegseinstieg gegen die Nationalsozialisten und deren Verbündete zu nutzen. 3 Da die Amerikaner zur Zeit des Krieges ziemlich pazifistisch und isoliert eingestellt waren, sollte der Angriff auf  Pearl Harbor als Grund für eine Veränderung der Grundhaltung vieler Amerikaner sein.3 2 Aber die Theorie endet hier nicht. Weiter heißt es, dass Amerika der japanischen Marine sogar Provokationen in Form von Embargos, sprich: Die USA hat verboten, bestimmte Waren importieren und/oder exportieren zu lassen,  gestellt haben soll, damit die Japaner angreifen.3 Zudem sollen bei so einem großen Plan, das Kriegs- und Marineministerium sowie ein großer Teil der Presse beteiligt  sein. Ein zusätzlicher Beweis sei, dass die Amerikaner moderne Flotten aus Hawaii zurückgezogen hätten und den Japanern nur alte Flotten „übrig gelassen haben“. Auch die von Washington an Pearl Harbor gesendete Kriegswarnung soll vom „unfähigen Militär“ verschludert worden sein, so Stinnett. 
Nun zur wissenschaftlichen Überprüfung: 
Anhänger dieser „Backdoor-to-war“-Theorie unterliegen einem Grundirrtum.  
Roosevelt (US-Präsident) muss geahnt haben, dass ein provozierter Angriff Japans zur Folge haben sollte, dass Deutschland in den Krieg gegen die USA eintreten würde. 
Stinnett behauptet, dass die Funkstille, die die Japaner während des Angriffes eingehalten haben soll,  eine glatte Lüge sei und belegt sie anhand von 129 angeblich von den Japanern abgefangenen Radiotelegrammen. Diese Radiotelegramme wurden erst Jahre nach dem Weltkrieg vollständig entschlüsselt und überwiegend vor dem Angriff auf Pearl Harbor gesendet.  
Zudem ist die Argumentation Stinnetts häufig falsch und/oder unbegründet, da er diese nur mit irrelevanten Beweisen belegt. Stinnett scheint z.B. begrenzt Kenntnis über das Entschlüsseln von Funksprüche zu haben. Die japanische Marine nutzte im Zweiten Weltkrieg einen komplizierten Schlüssel für ihre Geheimsprache, sodass es für die Amerikaner schwer sein sollte, diese in kürzester Zeit zu entschlüsseln. Außerdem fällt auf, wenn man Stinnett in die Enge treibe, dass er meint, dass viele Dokumente noch unter Geheimhaltung ständen. Woher soll er dann aber Zugriff darauf haben?  
Zu guter Letzt: Der Angriff auf Pearl Harbor war eine plötzliche Entscheidung der japanischen Regierung, da nicht einmal gemeinsame, europäische Mächte bzw. Japanische Diplomaten von dem Angriff Bescheid wussten. 

Tod Adolf Hitlers 1945

Der Tod Adolf Hitlers rief in manchen viel Hoffnung, in manchen viel Leid hervor. Sein Tod blieb auch nach seinem Tod als umstritten. Starb er in Berlin oder woanders? Um diese Frage handelt es sich in dieser Verschwörungstheorie.  

Adolf Hitler soll – nicht wie gedacht – in Berlin gestorben sein, sondern vor dem Fall Berlins geflüchtet sein und sein Tod soll von den Nationalsozialisten vorgetäuscht worden sein. Doppelgänger sollen hingegen als Leichnam für prominente Personen der NSDAP gedient haben und die „realen Personen“ seien hingegen mit einem Boot nach Argentinien bzw. zu einem geheimen Stützpunkt in der Antarktis geflüchtet.
Grund dieser Annahme ist, dass die Sowjetunion absichtlich Fehlinformationen über den Verbleib Hitlers gestreut hat.  Auf der Potsdamer Konferenz verkündete Stalin, dass Hitler überlebt habe und die westlichen Alliierten ihn versteckt halten würden oder dass er nach Spanien bzw. Argentinien geflüchtet sei. 
Der Fakt, dass Hitlers Leichnam bereits gefunden und identifiziert wurde, wurde von der Sowjetunion verschwiegen. Eine etwa 60 Jahre alte Akte der CIA soll darauf hinweisen, dass Hitler in den 50er Jahren unter den Namen „Adolf Schüttelmayer“ in Kolumbien gelebt haben soll.  

Die wissenschaftliche Widerlegung: 
Die Theorie, dass Hitler in Südamerika lebte, fußt darauf, dass manche NS-Größen nach dem Fall der Nationalsozialisten 1945 nach Südamerika flüchteten und dort überlebten. 
Die Theorie mit dem geheimen Stützpunkt in der Antarktis fußt auf einer halbrealen Geschichte. Ein deutsches Schiff brach bei einer Expedition, die unter strengster Geheimhaltung stand, zur Antarktis auf, um ein neues Stück Land in Besitz zu nehmen. 
Hitlers Tod wurde erst endgültig 2018 bewiesen, als französische Wissenschaftler eine Obduktion an seinen Überresten vornahmen. Dort wurden Zähne und Schädelfragmente untersucht und der Tod konnte mit einer hohen Wahrscheinlichkeit auf 1945 datiert werden, da man die Zähne mit Daten vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges verglichen hatte. 
Zudem wurden 1956 Zeugen unter Eid befragt, die Hitler als erstes nach seinen Tod gefunden hatten. Manche von den Zeugen bestätigten die Vermutung, dass Hitler Suizid begangen haben soll, indem einer aussagte, dass Hitler ihn in seinen Plänen, Suizid zu begehen, einweihte.  
Auch die CIA und das FBI widerlegten relativ schnell, dass es keine Verbindung zwischen Adolf Schüttelmayer und Adolf Hitler und keine Hinweise bezüglich einer Flucht aus Berlin gebe.4 



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