Soziale Medien – Ist es noch „meine“ Meinung?

Soziale Medien wie Instagram, Facebook, Twitter, etc. sind heutzutage fast nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken und nehmen vor allem im Leben vieler Kinder und junger Erwachsener einen wichtigen Platz ein. Jedoch steht immer öfter die Frage im Raum, ob diese sehr leicht zugänglichen sozialen Medien und Netzwerke eine Gefahr für die individuelle Meinungsbildung des Einzelnen sind. Ein großes Problem ist zum Beispiel, dass diese Netzwerke und Medien, welche von Privatleuten ins Leben gerufen worden sind, selten hinterfragt werden. Da es sich dabei um kommerzielle Kommunikationsplattformen handelt, die also mit ihrem Angebot am Ende Geld verdienen wollen, steht die Qualitätskontrolle einzelner Beiträge eher im Hintergrund. Dahingegen werden seriöse Printmedien, wie z.B. die Süddeutsche Zeitung oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung, oder auch öffentliche Sender im Fernsehen, wie ARD oder ZDF, von Institutionen geführt, die sich in erster Linie der zuverlässigen Information verschrieben haben. Deshalb sind diese oftmals seriöser als z.B. Twitter und Co.  

Soziale Medien bieten außerdem eine einfach zugängige Plattform für hasserfüllte Posts von Rechtsradikalen oder für Beiträge von Menschen, die absichtlich Fake News verbreiten. Wenn nun Kinder oder Jugendliche diese Nachrichten entdecken und nicht hinterfragen, was sie im Internet lesen, kann dies zu einer verfälschten Sichtweise führen oder sogar radikalisierend wirken. Gerade im jungen Alter ist die Sammlung von Informationen sehr entscheidend für die weitere Entwicklung und aus diesem Grund stellen Soziale Medien im Kindesalter eine sehr große Gefahr dar.    

Ein falscher Umgang mit den sozialen Medien kann erhebliche Folgen in verschiedensten Bereichen haben. Zum einen können Falschinformation dazu führen, dass politsche Positionen und Aussagen falsch eingeschätzt werden. Das kann problematisch für die eigene politische Orientierung werden, weil man Dinge glaubt, die so nicht stimmen und das eigene Weltbild damit in Schieflage gerät.  

Des Weiteren können soziale Medien aber auch negative Folgen für die Psyche und das  Sozialverhalten haben. Die Psyche kann zum Beispiel durch Mobbing angegriffen werden. Das geht in sozialen Netzwerken schnell und einfach, da eine Beleidigung oder ein verachtender Post in Sekundenschnelle hunderte von Menschen erreichen und unkontrolliert geteilt werden kann. Eine Folge von Cybermobbing ist ein vermindertes Selbstwertgefühl und dies kann sich dann auch in einem Gefühl von Isolation zeigen.  

Auch das Wahlverhalten kann durch die sozialen Medien stark beeinflusst werden, denn durch die Verbreitung von „FakeNews“ über zum Beispiel bestimmte Parteien, kann die Individuelle Einstellung des Lesers beeinflusst oder komplett verändert werden. 

Wie groß die Beeinflussung durch Posts auf sozialen Netzwerken ist, zeigt ein Experiment aus den USA.  In einer Studie der University of California unter der Leitung von James Fowler wurden Facebook-Nutzer durch eine Nachricht  am Wahltag auf die aktuelle Wahl hingewiesen und ihnen wurde gezeigt, dass einige ihrer Freunde schon gewählt hätten. Dies führte in vielen Fällen dann dazu, dass auch diese Menschen dann wählen gingen, sich also von einem Post haben beeinflussen lassen und ihre ursprünglich Meinung – keine Stimme bei der Wahl abzugeben – vollständig veränderten. Auch wenn der Gang zur Wahl in diesem Fall etwas Positives ist, ist es doch erschreckend, was ein kleiner Eintrag für große Auswirkungen haben kann. Eine solche Beeinflussung kann man natürlich auch nutzen, um Menschen im negativen Sinne zu beeinflussen und damit zu schaden. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, alles, was man vor allem in sozialen Medien liest, zu hinterfragen!  

Viele soziale Medien sind aber schon auf einem guten Weg, ihre Plattformen ein Stück sicherer zu machen, indem sie mit Organisationen, wie z.B. „Corrective“ zusammenarbeiten. Diese kümmern sich um die Überwachung von kritischen Posts und entfernen potenziell gefährliche Nachrichten.   

Ein derzeit sehr verbreitetes Problem ist, dass gerade jetzt zu Zeiten der Covid-19 Pandemie immer mehr Falschnachrichten in den sozialen Netzwerken auftauchen. Unter anderem werden Gerüchte gestreut, dass z.B. der Konsum von Bleichmitteln von der Infektion mit dem Virus heilen würde. Das könnte die Gesundheit vieler Menschen gefährden. „Diese Nachrichten werden dann schnellstmöglich von Nachrichtenprüfern entfernt“, sagt die Facebook Sprecherin Basak Tezcan. Die ,laut eigenen Aussagen, sehr weit fortgeschrittene und marktführende Plattform in dem Bereich der Bekämpfung von Falschnachrichten ist Facebook und die ebenfalls zum Konzern gehörende Plattform „Instagram“. Eine der aktuellsten Maßnahmen von Facebook im Bereich der Bekämpfung von Fake News im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ist die Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO), aus welcher ein Plan in drei Schritten hervorging, um die Menschen für den richtigen Umgang mit Informationen aus dem Internet zu sensibilisieren.  

Abschließen kann man also sagen, dass soziale Medien einen sehr weitreichenden Einfluss auf uns haben können. Aus diesem Grund will der Umgang mit ihnen gelernt sein und sollte Jugendlichen auch viel eingehender erklärt werden, als dies jetzt der Fall ist.  

Also, da ihr nun wisst, wie gefährlich Medien sein können, nutzt dieses Wissen und hinterfragt Informationen. Bleibt interessiert, denn Wissen ist Macht. 

Quellen: Text von Ludger S. ,Beitragsbild von Gerd Altmann auf Pixabay, Bild von Peggy und Marco Lachmann-Anke auf Pixabay

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