Der Anti-Fernweh-Guide

Ein Jahr ins Auslands zu fahren, klingt für manche nach einem Traum von Freiheit und für andere nach einem Albtraum der Überforderung.

Klar, andere Sprache, neue Kultur und fremde Menschen können einem Angst machen. Ist das überhaupt etwas für mich?  Was mache ich da? Wo fange ich überhaupt an? Und wie bezahle ich das überhaupt?

Möchtest du eine neue Sprache lernen, einfach mal etwas erleben, ganz neue Leute kennenlernen oder vielleicht ein ganz bestimmtes Land einmal entdecken? Klasse, das sind die Motivationen, die man für ein Auslandsjahr braucht. Zusätzlich solltest du noch Offenheit und ein bisschen Motivation im Gepäck haben.

Vielleicht fehlt es dir an Mut, aber keine Sorge, du bist nie alleine im Auslandsjahr. Du hast immer deine Gastfamilie oder deine Organisation für Sorgen oder Probleme.

Überhaupt ist es anfangs viel schlimmer wieder in Deutschland zu sein, als ins Ausland zu fahren oder zu fliegen. Am Anfang ist man zwar super aufgeregt, aber es gibt so viele neue Dinge zu entdecken und auszuprobieren, da bleibt gar keine Zeit mehr für Sorgen.

Allgemein lernt man in einem Auslandsjahr viel, unabhängig vom Programm oder Land. Du entdeckst dich selbst und lernst eine neue Sprache, Kultur und ein anderes Land kennen. Außerdem kannst du währenddessen einfach mal die Freiheit ohne Eltern genießen. Und wer weiß, vielleicht fühlst du dich am Ende wie ein ganz anderer Mensch.

Unabhängig von deiner Motivation, solltest du natürlich Spaß haben. Deshalb gibt es für verschiedene Menschen auch verschiedene Programme. Klassisch ist beispielsweise ein Jahr in einer ganz normalen Schule. Dafür solltest du zwischen 14 und 18 Jahren alt sein. Wenn du die lokale Sprache lernen möchtest, gibt es extra Programme, in denen du eine Sprachschule besuchst. Wenn noch mehr Schule dir zu langweilig klingt, gibt es auch andere Möglichkeiten für die Zeit nach dem Abitur, also ab 18 Jahren. In einem Work and Travel-Programm arbeitest du auf deiner Reise und finanzierst dir damit selber deinen Aufenthalt. Wenn du gerne mit Kindern arbeitest sind Au- und Demi-Pair vielleicht auch etwas für dich. Hier wohnst du in einer Familie und kümmerst dich um die Kinder. Bei Au-Pair arbeitest du den ganzen Tag, während du bei Demi-Pair auch noch eine Sprachschule besuchst. Ein Aufenthalt im Studium oder der Ausbildung ist dank dem europäischen Erasmus-Programm auch möglich.

Motiviert? Ein Programm ausgesucht und am besten auch ein Land? Dann kannst du gleich weiter nach der richtigen Organisation schauen. Bekannt sind zum Beispiel AFS, YFU und Experiment. Je nach Programm und Land musst du dich bis zu einem Jahr vorher bewerben, also solltest du schnell loslegen. Manche Programme sind aber auch deutlich flexibler, sodass du dich immer bewerben kannst und es auch immer losgehen kann. Nach der Bewerbung kommen häufig noch Gespräche, um deine Tauglichkeit zu testen und dich auf die Reise vorzubereiten. Keine Sorge, solange du motiviert und offen bist, sollte das kein Problem sein.

Zuletzt bleibt wahrscheinlich noch ein Problem: Ein Auslandsjahr kann echt teuer sein. Keine Sorge, du und deine Eltern werden auch hier nicht allein gelassen. Viele Organisationen und sogar der Bundestag bieten Stipendien an, die unter bestimmten Voraussetzungen Teile oder sogar den gesamten Preis übernehmen.

Viele Stipendien werden viel zu selten abgerufen, also keine Scham beim Bewerben.

Falls du und deine Eltern immer noch nicht überredet sind, solltest du einmal daran denken, wie viel Selbstbewusstsein und  Selbständigkeit du dabei erlangen kannst. Ein Aufenthalt im Ausland macht sich auch prima auf einer Bewerbung.

Also los!

One Reply to “Der Anti-Fernweh-Guide”

  1. Ich kann Grischas Aufruf nur wärmstens unterstützen: traut euch, erkundigt euch, schaut, woher man finanzielle Unterstützung bekommt und legt los!!
    Es lohnt sich, mutig und neugierig zu sein. Auf diese Weise streut ihr selber Konfetti in euer Leben!
    Es ist bunt und aufregend!
    Viel Spaß und Erfolg beim Pläneschmieden (und Umsetzen!!)
    Good luck!
    Anne B.

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