Triage in der Corona-Pandemie in Deutschland

Triage 

In der Corona-Pandemie erkranken viele Menschen an Covid-19 und müssen deswegen behandelt werden. Einige Patienten müssen sogar in die Klinik. Dies hat zur Folge, dass es zu einem Mangel an medizinischen Versorgungsmöglichkeiten kommt. Diesem Mangel versucht man anhand der Triage entgegenzuwirken. 

Der Begriff „Triage“ bedeutet sowas wie „Sichten“ oder „Sortieren“ und stammt aus dem Französischen. Es ist ein Verfahren, bei der mehrere Patienten von mehreren Fachkräften besichtigt werden. Nach dieser Besichtigung werden die Patienten sortiert bzw. es wird triagiert, welcher Patient zuerst behandelt wird. Beurteilt wird kurz gesagt nach den Kriterien, wer die Behandlung am meisten benötigt, aber auch, wer die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit hat. Man versucht, so viel Menschenleben wie möglich zu retten, trotz mangelnder Hilfsmittel. Dieses Verfahren verwendet man häufig in der Notfallmedizin, aber auch in Katastrophenfällen, wie zum Beispiel der Corona-Pandemie. 

 
Triage in der Corona-Pandemie 

Während der Pandemie kam es zu hohen Covid-19 Infektionszahlen, wodurch immer mehr Patienten in die Intensivstationen eingewiesen wurden und somit die Belegung an Intensivbetten zunahm. Nicht nur Intensivbetten, sondern auch Beatmungsgeräte waren unzureichend vorhanden. Um zunächst eine Triage zu vermeiden, verschob man nicht-akute-Operationen und verlegte die Patienten in Kliniken mit mehr Kapazität. Wenn diese Maßnahme ausgeschöpft ist und es keine anderen Möglichkeiten gibt, dann verwendet man die Triage als letztes Mittel. Die Triage in dieser Pandemie speziell in Deutschland galt jedoch nach einheitlichen Empfehlungen der „Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin“ (DIVI), um die Todesfälle so gering wie möglichst zu halten und das Gleichheitsgebot zu wahren. 

Dieses Gleichheitsgebot schließt Merkmale wie Alter, Nationalität, Grunderkrankung, Behinderung, Versicherungsstatus usw. aus. Zudem wurden während der Pandemie nicht nur die an Corona Infizierten triagiert, sondern alle schwer Erkrankten, also zum Beispiel auch Opfer eines Autounfalls. 

Problematik der Triage in Deutschland 

In Frankreich und In Italien ist das erste Kriterium die Überlebenswahrscheinlichkeit und das zweite das Alter des Patienten. Das heißt, dass junge Patienten älteren vorgezogen werden. In Straßburg liegt das Höchstalter für eine Versorgung mit Beatmungsgerät bei 75 Jahren.  

In Deutschland ist das zweite Kriterium nicht erlaubt, da laut Tagesschau (ARD) das Leben eines Patienten gegenüber einem anderen Patienten nicht abgewogen werden darf. Die Menschenwürde im Grundgesetz sieht vor, dass jedes Menschenleben gleich viel wert ist. Somit darf der Staat das Leben der Patienten nicht bemessen.  

Zudem haben die Ärzte nicht nur die Last der Entscheidung, sondern müssen auch ein Strafverfahren und berufliche Konsequenzen befürchten. Dies belastet nicht nur die Ärzte und das Gesundheitssystem, sondern hindert die Fachkräfte an ihrer Arbeit. 

 
Aktueller Entwurf in Deutschland 

Nach Berichten der „Tagesschau“ liegt ein Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Lauterbach zur Triage vor. Hier geht der Gesundheitsminister dem Gleichheitsgebot nach. Das Entscheidungskriterium ist die höchste Überlebenswahrscheinlichkeit. Bei einer Triage treffen zwei Fachärzte mit einer Weiterbildung in der Intensivmedizin und mehrjähriger intensivmedizinischer Erfahrung diese Entscheidung unabhängig voneinander. 

Hat ein Patient eine Behinderung oder Vorerkrankung, dann wird bei der Triage ein Spezialist dieser Behinderung oder Vorerkrankung mit einbezogen.  

Wie auch bei der herkömmlichen Triage darf die Behandlung eines Patienten mit intensivmedizinischer Versorgung nicht abgebrochen werden. Dabei spielt die Überlebenswahrscheinlichkeit des anderen Covid-19 Erkrankten keine Rolle, da der behandelte Patient schon Anspruch auf eine Behandlung hat, sobald er seine Position als versorgter Patient einnimmt. Zudem soll weiterhin immer dafür gesorgt werden, dass die Triage als letzte Maßnahme ergriffen wird.  

Fazit 

Die Triage in der Pandemie ist keine leichte Angelegenheit, da sie den Fachkräften eine hohe Verantwortung zuweist. Außerdem spielen die Ethik und das Verständnis der Entscheidungen bei der Triage eine wesentliche Rolle, die aber genau in solchen Situation eine Kontroverse auslösen können oder die Arbeit komplexer gestalten können. Dieses Thema ist ein heikles Gebiet im Gesundheitssystem und fordert die Fachkräfte und die Politik heraus. 

Quellen

https://www.tagesschau.de/inland/lauterbach-triage-101.html

https://www.netdoktor.de/diagnostik/triage/

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