Die Jeanshose- Die Ikone aus der Goldmine auf die Fashionweek

Jeder kennt sie, fast jeder trägt sie. Ob blau, ob grau, ob kurz oder lang, Jeans sind aus unserem Kleiderschrank nicht mehr wegzudenken. 

Das hätte man wohl auch vor 40 Jahren als Einleitung nutzen können. Das zeigt uns doch, dass die Jeanshose schon für die letzten Jahrzehnte ein Must-Have war und sich bis heute daran nicht viel geändert hat. Auch wenn zur Zeit auch andere Hosen, wie Chinos, Cargohosen oder auch die Schlaghose wieder das Rampenlicht der Trendschlagzeilen genießen, die Jeans wird man einfach nicht los. Doch woher kommt die Hose eigentlich ? Und was ist dieses Denim ? Und warum ist sie blau ?  

Die Jeans, was ist das ? 

Die Jeans, wie wir sie heute kennen, ist die klassische Blue Jeans. Sie besteht aus einem robusten und strapazierfähigen Stoff namens Denim. Der Name Denim stammt von der Herkunftsstadt in Frankreich ab. ( Nîmes, de Nîmes = aus Nîmes ). 

Der Stoff ist eigentlich weiß, doch sein typisches Dunkelblau wird durch Färben mit Indigoblau erreicht. Dabei werden nur die äußeren Fäden gefärbt, wodurch die innere Seite immer noch weiß bleibt. Eine typische Jeans besteht außerdem aus insgesamt 60 Einzelteilen. Dazu gehören Hosentaschen, Reißverschluss sowie Nieten (welche besonders wichtig sind, warum erfahrt ihr weiter unten). Die orangenen und gelben Fäden, die an vielen Stellen in der Hose verarbeitet sind, bestehen aus einem festem strapazierfähigem Garn, das die Hose zusammenhält. 

Orangenes und gelbes Garn in der Jeans

Foto: Pixabay

Der Name  „Jeans“ stammt übrigens ursprünglich von „Gênes“ ab, was der französische Name für die italienische Stadt Genua war.  
 

Geschichte der Jeans  

Die Geschichte der Jeans beginnt 1847. Wir befinden uns in den Zeiten des Goldrausches in Amerika und ein gewisser Levi Strauss, (früher Löb Strauss ), ein deutscher Migrant jüdischer Abstammung, befindet sich auf einem Schiff nach New York, USA, um sein Glück zu versuchen. Dort angekommen, zieht er schon bald nach San Francisco, wo er Stoffe an Schneider verkauft, welche daraus Hosen für die Goldschürfer herstellen.  

Einer von diesen ist Jacob Davis. 1873 hatte dieser, nachdem sich eine Frau über den Stoff der Arbeitshose ihres Mannes beschwerte, eine kleine, aber dennoch brillante Idee.  

So verstärkte Davis fortan die Arbeitshosen mit Nieten, um sie so strapazierfähiger zu machen. Dabei legte er besonderen Fokus auf die Hosentaschen, in denen die Arbeiter ihre Funde aufbewahrten. Die Idee war ein Hit und Kassenschlager. Schon bald war Davis berühmt für seine robuste Nietenhose.  

Dies merkten auch andere Schneider, wodurch Davis sich aus Angst vor Nachahmern dazu entschied, die Idee patentieren zu lassen. Da dies jedoch mit 68 US Dollar für damalige Verhältnisse relativ teuer war, kam er letztendlich zu dem Schluss, sich mit Levi Strauss, seinem Stoffanbieter, zusammenzuschließen, um so die Kosten tragen zu koennen 

So erhielten Strauss und Davis 1873 ihr Patent und eine Zusammenarbeit mit großer Zukunft war zu erwarten.  

Anfangs war der Stoff für die Nietenhose noch aus Segeltuch, einem sehr dicken Baumwollstoff, welcher z.B. aus Hanf gefertigt wurde. Der Name „Jeans“ setzte sich jedoch erst viel später durch, als sie mit Hosen von Matrosen aus der italienischen Stadt Genua assoziiert wurden. Diese Wiesen nämlich Ähnlichkeiten zur Jeans auf. Vom französischen Namen Gênes abgeleitet, entstand dann die bis heute geläufige Bezeichnung der Hose. 

Die Kollaboration zwischen Davis und Strauss entwickelte sich schon bald mit der Firma “Levi Strauss & Co” zu einer großzügigen Geldquelle und beschäftigte 500 Arbeiter in einer eigenen Jeansfabrik. Darauf erhielt die sogenannte Blue Jeans auch ihren typischen Look. Zuvor war sie nämlich ein sogenannter “Waistoverall”. Dieser besaß Hosenträger, welche dann letztendlich durch die Gürtelschlaufen ersetzt wurden. 17 Jahre später, also 1890, ging die Levi’s 501 in Produktion, welche bis heute einen ikonischen Status besitzt. Die 501 steht dabei für die Produktionsnummer der Hose. 

moderne Levis’s Jeans

Foto: Dad Grass-Pixabay

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts  wurde die Jeans auch in Europs , als amerikanische Kriegsarbeiter diese mit in den 2. Weltkrieg nahmen. Die “Union Alls” war damals die Standardkleidung für die Soldaten und Arbeiter. 1948 eröffnete L. Hermann die erste jeansproduzierende Kleiderfabrik in Kuenzelsau, seine Firma ist seit 1958 nun unter dem Namen Mustang bekannt. 
 

In den 1950ern wurde die Jeans zu einem Symbol für Rebellion und Protest gegen Autorität. Sie wurde assoziiert mit einer gewalttätigen, unreifen Jugend und war in vielen Schulen verboten. Die DDR war dabei besonders streng und es drohten Schulverweise und Hausverbote in anderen Einrichtungen, wie z.B. Clubs. Doch so schnell schien der Rebel Yell nicht abzunehmen und besonders damalige Idole, wie James Dean oder Marylin Monroe, machten die Hose umso begehrter. So erreichte die Jeans spätestens in den 1960ern Kultstatus. In den Folgejahren im Angesicht der Kriegsproteste fand man die Jeans weiterhin als Zeichen gegen die Autorität, aber auch für Frieden und Solidarität. 

Mit den 70ern und 80ern bahnte sich die Jeans ihren Weg in das Rampenlicht der High Fashion Szene. Jedoch bewegten sie sich dabei, wie z.B mit den Fioruccis Buffalo 70, von ihrem arbeiterfreundlichen Zweck weg und wurde eng, teuer und vor allem selten. Jeans wurden Luxusgüter.  

Trotzdem wurde die Hose ein fester Bestandteil etlicher Subkulturen in den folgenden Jahren. Sei es die Disco-Szene mit den Studio 54 Jetsets, die die Schlaghosen clubtauglich machten. Die Punks, die den Geist des Protests mit Patches und Sicherheitsnadeln in ihre Jeans mit einnähten, oder Skater mit bis heute gängigen Baggy Jeans. 

Neben den Zahlreichen Formen und Farben, in welchen man die Hose heute finden kann, wurde auch das künstliche Altern der Jeans durch Stone washing oder andere Bearbeitungsformen immer beliebter. So war der sandgestrahlte Used Look bei den Popstars der 90er sehr präsent. 

Heutzutage werden Jeans von fast jedem Anbieter verkauft und sind nicht mehr aus unseren Kleiderschränken sowie von den Laufstegen von High-End-Designern wegzudenken. Doch aufgrund der immer stärker werdenden Fast Fashion Konsumkultur wird die Jeans von vielen Anbietern unter unfairen und massiven lebensgefährlichen Risiken am Arbeitsplatz produziert. Zusätzlich ist der Wasserkonsum pro Jeans mittlerweile teils unsagbar hoch angestiegen.  

Dadurch sollte man die Produktion der Jeans, besonders vor dem Kauf, nochmal kritisch beleuchten. Besonders in Anbetracht der doch gravierenden Qualitätsunterschiede. Doch im Endeffekt ist die Strapazierfähigkeit einer ordentlichen Jeans nicht zu vernachlässigen und so sieht man auch heute noch bei der Arbeit neben den modernen Arbeitshosen, auch noch die Jeans.

Quellen:

  1. Die Geschichte der Jeans – American drugstore https://www.american-drugstore.ch/news/die-geschichte-der-jeans.html
  2. cool und bequem: die Jeans, Maxi Domke – Geolinohttps://www.geo.de/geolino/mensch/9918-rtkl-cool-und-bequem-die-jeans
  3. Die Geschichte der Denimjeans, Maude Bass-Krueger – Voguehttps://www.vogue.de/mode/artikel/vogue-lexikon-denim-jeans

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