Handy

Zu strenge Handyverbote an Schulen?

Ein Kommentar von Maya (8b) und Nella (8b)

Smartphones sind aus dem Alltag von Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Trotzdem führen immer mehr Schulen in Deutschland strenge Handynutzungsordnungen ein, obwohl das Handy auch als gute Lernhilfe dienen kann. Andererseits kann es auch zu Ablenkungen führen. Deshalb möchten wir euch heute unsere Ansicht zu diesem umstrittenen Thema darstellen.

An unserer Schule gelten seit diesem Jahr ebenfalls klare Regeln zur Nutzung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten. In den Jahrgängen 5 bis 10 ist die Nutzung von Smartphones auf dem gesamten Schulgelände und im Schulgebäude untersagt. Die Geräte müssen während der Schulzeit ausgeschaltet oder lautlos in der Tasche aufbewahrt werden. Nur mit ausdrücklicher Erlaubnis einer Lehrkraft sind Ausnahmen möglich. Tablets dürfen ausschließlich während der Unterrichtszeit für schulische Zwecke genutzt werden. Für die Jahrgänge 11 bis 13 gelten etwas lockerere Regelungen: In den Pausen dürfen elektronische Geräte nur in einem festgelegten Bereich, dem sogenannten Glaskasten, genutzt werden. In Freistunden ist die Nutzung in bestimmten Arbeitsbereichen für schulische Zwecke erlaubt.

Einerseits ist es sinnvoll, Smartphones ausschließlich für schulische Zwecke im Unterricht zu nutzen, zum Beispiel als Lexikon, Taschenrechner oder Übersetzer. Diese Einsatzmöglichkeiten finden wir gut. In der Praxis ist das jedoch nicht so einfach, weil das Verlangen nach Onlinespielen und Chats oft zu groß ist. Dadurch kommt es schnell zu Ablenkungen. Das können wir auch aus eigener Erfahrung bestätigen, denn wir kennen dieses Verlangen selbst.

Dazu passt auch die Einschätzung von Frau Eckstein, Koordinatorin der Sekundarstufe I am Scharnhorstgymnasium:
„Die Geräte an sich sind gar nicht das Problem, aber die installierten Apps der verschiedenen sozialen Medien haben so etwas wie magische Anziehungskraft für Kinder und Jugendliche. Die Algorithmen sozialer Medien schaffen kontinuierlich Pseudobedürfnisse und das Gefühl, etwas in der Welt verpassen zu können. Gleichzeitig sorgen sie für viele, schnelle Glücksgefühle, und diese Kombination macht sie problematisch. Schule ist ein Ort, an dem man in Ruhe und konzentriert lernen sowie reale Begegnungen mit Menschen erleben soll. Daher sind Handys im schulischen Alltag kontraproduktiv. Studien zeigen bereits, dass Kinder fokussierter lernen und mehr Lebensfreude haben, wenn die Geräte nicht in der Schule dabei sind.“

Außerdem gibt es weitere Nachteile: Bei Prüfungen entsteht durch das heimliche Nutzen von Smartphones ein unfairer Vorteil, und im Unterricht schnell verbreitete Fotos können Cybermobbing begünstigen. Daraus kann sogar Angst vor der Schule entstehen.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Handynutzung an Schulen sowohl Vorteile als auch Nachteile hat. Unserer Meinung nach sollten Handys zwar im Unterricht verboten bleiben, in den Pausen sehen wir jedoch kein Problem, solange das Recht am eigenen Bild beachtet wird und die Entscheidung anderer zum Thema Fotos respektiert wird. Da in vielen Schulen bereits mit iPads gearbeitet wird, können wir die teils strengen Handynutzungsordnungen nicht ganz nachvollziehen. Aber was meint ihr? Wäre es nicht besser, den richtigen Umgang mit Handys zu lehren, statt sie komplett zu verbieten?

Der Text bezieht sich auf Informationen von deutsches-schulportal.de. Das Bild ist von pixabay.